Vault Professional – Verteilte Optionen

Einstellungen zentral steuern, unternehmensweit konsistent – ohne Einzelkonfiguration, ohne Kompromisse bei der Nutzerfreiheit.

Wer kennt die Situation: Ein neuer Mitarbeiter startet, öffnet zum ersten Mal Autodesk Vault und muss sich durch eine Vielzahl von Einstellungsdialogen kämpfen – Statusanzeigen, Eingabeaufforderungen, Dateiverhalten, Add-in-Optionen. Jeder konfiguriert es ein bisschen anders. Was für den einen selbstverständlich ist, bleibt beim anderen auf der Standard-Werkseinstellung.
Ergebnis: Inkonsistenz im Workflow, unnötiger Supportaufwand und, im schlimmsten Fall, fehlerhafte Prozesse.

Autodesk Vault 2027 löst dieses Problem mit einer eleganten Lösung: den Verteilten Optionen (englisch: Distributed Options). Administratoren können damit Einstellungen einmalig zentral definieren und automatisch an alle Clients im Unternehmen verteilen – transparent, kontrolliert und mit der Möglichkeit, Benutzern weiterhin eigene Anpassungen zu ermöglichen.

Auf einen Blick

Über die Verteilten Optionen definiert der Administrator Standardeinstellungen für den Vault Client, das Copy Design-Tool sowie die Inventor- und AutoCAD Add-ins – und verteilt sie per Klick unternehmensweit. Benutzer werden bei Änderungen benachrichtigt und können Anpassungen annehmen oder ablehnen.

Warum diese Funktion wichtig ist

In kleinen Teams mag die manuelle Konfiguration noch handhabbar sein. Sobald ein Unternehmen jedoch mit mehreren Standorten, dutzenden oder hunderten von Vault-Nutzern und verschiedenen CAD-Anwendungen arbeitet, wächst das Problem schnell. Jede Abweichung in den Einstellungen kann zu unterschiedlichem Verhalten führen – etwa bei Eingabeaufforderungen, die der eine Benutzer unterdrückt hat, der andere jedoch nicht. Das erschwert die Dokumentation von Prozessen, die Schulung neuer Mitarbeiter und die Fehlersuche bei Problemen.

Bisher mussten Administratoren entweder auf Schulungen, Dokumentationen oder aufwendige Deployment-Skripte setzen, um eine halbwegs einheitliche Konfiguration sicherzustellen. Mit den Verteilten Optionen wird dies erstmals nativ in Vault abgebildet – direkt aus der Anwendung heraus, ohne externe Tools.

Was kann verteilt werden?

Die Funktion deckt vier verschiedene Bereiche ab, für die jeweils eigene Optionen verteilt werden können:


1. Vault Client

Grundlegende Client-Einstellungen, die das Erscheinungsbild und Verhalten der Anwendung steuern:

  • Statussymbole groß oder klein anzeigen
  • Speicherort des Arbeitsordners einblenden
  • Versteckte Dateien anzeigen
  • Aktion bei Doppelklick definieren
  • Eingabeaufforderungen konfigurieren
  • Dokumentvorschau aktivieren/deaktivieren
  • Standardverhalten beim Dateiöffnen festlegen
  • Standardansicht für Inventor-Dateien
  • Standardansicht für alle Dateitypen
  • Design (Theme) festlegen
  • Dialog- und Unterdrückungseinstellungen

2. Konstruktion kopieren (Copy Design)

Standardverhalten beim Kopieren von Konstruktionsdaten – besonders relevant für standortübergreifende Teams:

  • Elternelemente automatisch kopieren
  • Zeichnungen mit Modell verknüpfen
  • Alle Anhänge entfernen
  • Alle Stücklisten-Objekte entfernen
  • Referenzen auswählen
  • Präfix für Dateinamen festlegen
  • Suffix für Dateinamen festlegen

3. Inventor Add-in

Einstellungen für das Vault-Zusatzmodul in Autodesk Inventor – besonders für Konstruktionsteams relevant:

  • Statussymbole (groß/klein)
  • Automatische Dateinummerierung für Zeichnungen und Präsentationsdateien
  • Eingabeaufforderungen konfigurieren
  • Dialog- und Unterdrückungseinstellungen

4. AutoCAD Add-in

Einstellungen für das Vault-Zusatzmodul in AutoCAD – für Planungs- und Dokumentationsteams:

  • Statussymbole (groß/klein)
  • AutoCAD View-Only-Änderungen ignorieren
  • Eingabeaufforderungen konfigurieren
  • Dialog- und Unterdrückungseinstellungen

Der Workflow im Detail

Der gesamte Prozess – von der Konfiguration durch den Administrator bis zum Empfang beim Benutzer – läuft in fünf Schritten ab:

Schritt 1: Einstellungen öffnen und konfigurieren

Im Vault Client navigiert der Administrator zu Extras → Optionen. Dort werden zunächst alle gewünschten Vault-Optionen wie gewohnt konfiguriert – Statusanzeigen, Themen, Eingabeaufforderungen, Dateiverhalten usw. Dasselbe gilt für die Add-ins: Im Vault-Menüband des jeweiligen CAD-Programms öffnet man die Vault-Optionen und stellt die Werte ein.


Schritt 2: Dialog "Verteilte Optionen verwalten" aufrufen

Nach dem Konfigurieren und dem Klick auf "Übernehmen" erscheint der Button "Verteilte Optionen verwalten". Dieser öffnet einen Dialog, in dem alle verteilbaren Optionen einzeln als Checkboxen aufgelistet sind. Der Administrator wählt aus, welche davon unternehmensweit ausgerollt werden sollen – eine Einzelne oder alle auf einmal.


Schritt 3: Verteilung per "Übernehmen" auslösen

Ein Klick auf "Übernehmen" speichert und verteilt die Einstellungen serverseitig. Ab diesem Moment sind die Optionen für alle Benutzer der Vault-Umgebung als verteilte Standards hinterlegt.


Schritt 4: Benachrichtigung der Benutzer

Beim nächsten Login oder bei einer Aktualisierung werden alle betroffenen Benutzer automatisch über die Änderungen informiert. Sie können die neuen verteilten Optionen annehmen oder ablehnen. Wichtig: Wenn ein Benutzer eine Option bereits lokal angepasst hat und die Änderung ablehnt, bleibt seine persönliche Einstellung erhalten – diese wird dann im Dialog mit einem "i"-Symbol gekennzeichnet, sodass klar erkennbar ist, dass eine lokale Abweichung von der verteilten Option vorliegt.


Schritt 5: Reset-Funktion für präzise Korrekturen

Über den "Zurücksetzen"-Modus im Dialog können Administratoren einzelne Optionen gezielt auf den Systemstandard oder auf die zuletzt verteilte Option zurücksetzen. Dies ist hilfreich, wenn nach einem Update oder einer Testphase eine Bereinigung notwendig ist, ohne alle Einstellungen neu aufzusetzen.

Das Zusammenspiel von Admin-Kontrolle und Nutzerfreiheit

Einer der durchdachtesten Aspekte der Verteilten Optionen ist die Balance zwischen zentraler Steuerung und individueller Anpassbarkeit. Der Administrator legt fest, was der Standard sein soll – aber Benutzer behalten das Recht, abweichende Einstellungen für ihre eigene Arbeitsumgebung vorzunehmen. Dieses Modell respektiert unterschiedliche Arbeitsstile und verhindert, dass Standardisierung auf Kosten der persönlichen Effizienz geht.

Durch das "i"-Symbol im Dialog ist jederzeit transparent, bei welchen Optionen ein Benutzer von der verteilten Einstellung abgewichen ist. So kann der Administrator auf einen Blick erkennen, ob ein gemeldetes Problem möglicherweise auf eine abweichende lokale Konfiguration zurückzuführen ist – ohne den Benutzer direkt danach fragen zu müssen.

Praktische Einsatzszenarien

Onboarding neuer Mitarbeiter

Neue Kolleginnen und Kollegen erhalten beim ersten Login automatisch die unternehmensweit gültigen Einstellungen. Keine manuelle Einrichtung, kein langer Einarbeitungsaufwand für die IT – der Standard ist sofort aktiv.

Standortübergreifende Teams

Unternehmen mit mehreren Niederlassungen oder verteilten Entwicklungsteams können sicherstellen, dass alle Standorte mit denselben Vault-Einstellungen arbeiten – unabhängig davon, wer die lokale IT betreut.

Prozesseinführungen und Upgrades

Nach einem Vault-Upgrade oder bei der Einführung neuer Freigabeprozesse können geänderte Optionen sofort an alle Benutzer gepusht werden – anstatt auf die nächste Schulungsrunde oder ein manuelles Rollout zu warten.

Fehlerbehebung und Support

Wenn Benutzer Probleme melden, kann der Administrator über das "i"-Symbol sofort erkennen, ob abweichende lokale Einstellungen die Ursache sind. Die Reset-Funktion erlaubt, gezielt auf die verteilte Konfiguration zurückzusetzen – ohne alles neu aufzusetzen.

Voraussetzungen und Berechtigungen

Die Verwaltung und Verteilung von Optionen ist auf Benutzer mit einer der folgenden Rollen beschränkt:

Administrator

Voller Zugriff auf alle verteilten Optionen – kann Einstellungen definieren, verteilen und zurücksetzen.

Konfigurationsadministrator

Gleiche Berechtigungen für die Verwaltung verteilter Optionen wie der Administrator.

Reguläre Benutzer können die ihnen zugewiesenen Verteilten Optionen sehen, annehmen oder ablehnen sowie eigene Anpassungen vornehmen. Sie können jedoch keine neuen Verteilungen auslösen oder bestehende Einstellungen für andere Nutzer ändern.

Die wichtigsten Vorteile im Überblick

Zeitersparnis

Kein manuelles Einrichten mehr – weder beim Onboarding neuer Mitarbeiter noch nach Vault-Updates. Der Administrator konfiguriert ein einziges Mal, alle profitieren sofort.

Konsistenz

Alle Nutzer arbeiten mit denselben Standardeinstellungen. Das reduziert Fehlerquellen, vereinfacht Schulungen und macht Prozesse dokumentierbar.

Nutzerfreiheit bleibt erhalten

Lokale Anpassungen sind weiterhin möglich. Durch das "i"-Symbol sind Abweichungen transparent erkennbar – sowohl für den Benutzer selbst als auch für den Administrator.

Transparenz im Support

Abweichende Konfigurationen sind auf Anhieb erkennbar. Das beschleunigt die Fehlerdiagnose und entlastet den IT-Support.

Granulare Kontrolle

Einzelne Optionen können gezielt zurückgesetzt werden – auf den Systemstandard oder auf die verteilte Option. Kein Pauschal-Reset, der andere Einstellungen berührt.

Nativ in Vault integriert

Kein externes Deployment-Tool, kein Skript, kein Umweg. Die gesamte Logik ist direkt in der Vault-Oberfläche abgebildet.


Empfehlung für Administratoren

Nutzen Sie die Einführung von Vault 2027 als Anlasrs, Ihre aktuellen Standardeinstellungen zu überprüfen und zu dokumentieren. Legen Sie fest, welche Optionen unternehmensweit verbindlich sein sollen und welcher Spielraum für individuelle Anpassungen möglich ist. Ein durchdachtes Konfigurationskonzept macht die Verteilung einfach und die spätere Pflege minimal.

Fazit

Die Verteilten Optionen sind kein glamouröses Feature – aber sie lösen ein reales, alltägliches Problem: die mühsame und fehleranfällige manuelle Konfiguration von Client-Einstellungen in wachsenden Vault-Umgebungen. Mit wenigen Klicks kann der Administrator sicherstellen, dass alle Benutzer vom ersten Tag an auf dem richtigen Stand sind – und bei zukünftigen Änderungen sofort nachziehen.

Zusammen mit den anderen Neuerungen in Vault 2027 – darunter verbesserte Vault Connector-Integration, TLS/SSL-Verschlüsselung für die Datenbankverbindung, der neue KI-basierte Autodesk Assistant sowie erweiterte Papierkorb- und Passwortrichtlinien – positioniert sich Vault 2027 als eine der reifsten und administrationsfreundlichsten Versionen der Software.


Viel Spaß beim Ausprobieren!


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